|
|||
„Meine
Eltern wollten nach
dem Krieg nach Frankreich, in die USA. Keine Chance. Niemand wollte uns
[Juden] haben. Niemand.
Darum ließen sie uns nach Israel. Und wir nahmen das Land und vertrieben seine Bewohner. Die, die blieben, machten wir zu Bürgern zweiter Klasse.“ (Shlomo Sand im Interview mit Arno Widmann, fr-online 14.4.2010) Er wuchs in Jaffa auf, befreundete sich dort mit Mahmoud Darwish, der später als palästinensischer Nationaldichter zu Ruhm und Ansehen kam. Heute ist er Professor an der Universität von Tel Aviv. Das Buch „Die Erfindung des jüdischen Volkes“ erschien 2008 auf hebräisch und sorgte für erhebliches Aufsehen. 19 Wochen lang stand es auf den israelischen Bestsellerlisten, auch die französische Ausgabe war ein Verkaufsschlager. Inzwischen ist es in sechs Sprachen übersetzt. Die deutsche Ausgabe erschien vor drei Monaten im Propyläen-Verlag, Berlin. Im Vorwort zur deutschen Ausgabe schreibt Shlomo Sand: „Der Rassismus und die jüdische Selbstisolation von heute sind nicht nur das Ergebnis von Verfolgungen und Katastrophen, sondern sie beziehen nach wie vor einen großen Teil ihrer Kraft aus langlebigen, ethnozentrischen Mythen und einer entsprechenden Geschichtsschreibung. Zu meinem großen Bedauern glauben nur wenige meiner Kollegen aus der israelischen Historikerzunft, dass sie die „gefährliche“ pädagogische Mission auf sich nehmen sollten, die allseits akzeptierten Lügen über die Vergangenheit aufzudecken. Ohne dieses Buch zu schreiben, hätte ich nicht länger in Israel leben können. Ich glaube nicht daran, dass Bücher die Welt verändern, doch manchmal denke ich, dass die Welt, wenn sie beginnt, sich zu verändern, sich die dazu notwendigen Bücher sucht. Es mag naiv sein, aber ich hoffe, dass dieses Werk zu diesen Büchern zählen wird.“ Nach dem Ausflug, den wir am letzten Wochenende in das „Denk-und Handlungsuniversum“ (Moshe Zuckermann) des zionistischen Staatsmannes Shimon Peres unternommen haben, setzen wir am kommenden Wochenende unter der kundigen Anleitung Abraham Melzers unseren spannenden Erkundungsgang durch die eigentümliche jüdisch-israelische Welt fort, indem wir uns mit den „ethnozentrischen Mythen“ und der zionistischen Geschichtsauffassung beschäftigen, die die Grundlage der jüdisch-israelischen Identität bilden: Die Juden sind biologisch/rassisch/ethnisch ein „Volk“, das in 2000jähriger Wanderschaft über die Erde verstreut war und jetzt in die angestammte Heimat zurückkehrt. Gedanken zu dem Buch "Die Erfindung des jüdischen Volkes" Geschichte ist Konstruktion .... Die Geschichte, daß die Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch Kaiser Titus im Jahre 70 zu einem Exodus des jüdischen Volkes geführt habe, das sich so über die ganze damalige Welt verbreitete und dann 1947, nach fast 2000 Jahren, aus dem Exil heimkehrte, ist eine Legende... Der Schluß liegt nahe, daß die Palästinenser konvertierte Juden sein können. Salam
Shalom Arbeitskreis
Palästina-Israel e.V. setzt sich für einen gerechten
Frieden für die Menschen im Nahen Osten ein.
|
|||